Samstag, 5. Juli 2014

Trans-Alp Tag 1: Radstadt - Laussnitzerhütte




Um 5 Uhr in der Früh stehe ich - ohne Kopfschmerzen aber mit einem mehr als flauem Magen - auf um pünktlich meinen Zug um 6.15 zu erwischen. Es ist kaum was los - auch in meinem Abteil (mit direktem Blick auf mein Rad) bin ich während der ganzen Fahrt alleine. 






In Radstadt angekommen dann gleich einmal die große Ernüchterung: es regnet recht ordentlich. Ich mag nicht Stunden warten, ob der Regen aufhört und dann vielleicht doch bei Regen, aber deutlich zu spät, losradeln. So ziehe ich mir meine Regenjacke an und radle los in Richtung Forstau. Glücklicherweise hört es aber bald einmal auf zu regnen und obwohl die Straße noch nass ist, verläuft der Rest des Tages ab der Seitenalm trocken.






In Forstau biege ich dann in die Straße hinauf zur Vögeialm ab. Nach einem kurzen steilen Anstieg und einigen absolvierten Höhenmetern mache ich eine kurze Pause und ziehe mir auch endgültig die Regenjacke wieder aus. Irgendwie passt es nie ganz richtig - es ist relativ kühl - mit Regenjacke zu heiß, ohne etwas zu kalt...



Bei der Vögeialm angekommen, ein zweites Frühstück: Pfefferminztee und ein hausgemachtes Joghurt mit Heidelbeeren - beides sehr lecker UND magenberuhigend... Hinter der Vögeialm geht dann gleich die Auffahrt zur Oberhütte los. Es schaut sehr steil aus, eigentlich sind aber nur die ersten paar Meter wirklich steil, dann ist fast alles super zu fahren, auch wenn man zwischendurch einmal etwas kräftiger in die Pedale treten muss...













Nach gar nicht so langer Zeit komme ich schließlich bei der Oberhütte an. Auf dem eingebauten Kachelofen trockne ich meine angeschwitzten Sachen, bald nach mir trudeln noch ein paar andere wetterfeste Mountainbiker ein. Die fahren aber wieder zurück nach Forstau. Noch ein Tee zur Magenberuhigung, eine Nudelsuppe und ein Cola, dann noch kurz auf die Bank gelegt und gedöst, bis die Wäsche halbwegs trocken war. Dann weiter in Richtung Weißpriachtal.





Ab dem Oberhüttensee beginnt dann die ca. 30 minütige Schiebepassage. Bergab kann man auf dem Wanderweg nicht fahren (ich zumindest nicht) und muss so das Bike durch die wunderschöne Landschaft schieben.





Irgendwann mündet der Wanderweg dann in eine schöne Forststraße, auf der man dann flott hinunter ins Weißpriachtal saust. Bei der Ausfahrt aus dem Wald sehe ich, dass für die Auffahrt Mountainbiken verboten ist - was für ein Glück, dass ich von oben gekommen bin, da ist nirgends irgendein Verbotsschild gestanden... Ganz so schlimm kann es aber nicht sein - mir kommt ein Biker entgegen und die Bauern, die ich am Weg treffe haben mich auch freundlich gegrüsst.






Im Weißpriachtal folgt man dann dem wunderschönen Bach/Fluss und fühlt sich irgendwie in einen Abenteuerfilm in der kanadischen Wildnis versetzt. Im glasklaren Wasser des Baches sieht man schön die Fische stehen, manchmal auch gleich eine ganze Kuh, die das Bad im herrlichen Wasser auch genießt.









Das Wetter wird von Minute zu Minute besser -  wieder einmal ist der Süden wettermäßig klar bevorzugt. In Pichl bei Mariapfarr bleibe ich zum x-ten Mal kurz stehen um von Regenjacke auf ohne zu wechseln - netterweise dampft dann gleich eine alte Lok vorbei!



Die Fahrt über den Mitterberg von Pichl nach Unternberg ist eine gelungene Variante, biken ist auch erlaubt und die Orientierung auch ohne GPS nicht schwer, weil bei jeder Abzweigung Schilder mit Radfahren verboten hängen. So muss man nur auf der 'erlaubten' Forststraße bleiben und findet sicher nach Unternberg. Bei der Abfahrt dann aber ein kurzer Abschnitt, auf dem Radfahren UND Mountainbiken verboten sind (!!). Ich frage bei ein paar Einheimischen nach, und nach ihrer Aussage, dass das noch nie kontrolliert wurde, brause ich flott runter nach Unternberg.











In St.Margarethen radle ich bis zum Beginn der Auffahrt zur Bonner Hütte. Dort wieder eine kurze Trink und Esspause und dann immer den Leißnitzbach entlang bergauf. Eine freudige Überraschung gleich zu Beginn - Radfahrer sind vom Fahrverbot ausdrücklich AUSGENOMMEN - auch das gibt es in Österreich!!! Die Auffahrt ist sehr schön, manchmal steil und rutschig und insgesamt sehr einsam. Auf der ganzen Strecke bis knapp vor der Bonner Hütte habe ich nicht ein einziges anderes menschliches Wesen gesehen. Da es in diesem Gebiet auch ab und zu einen Bären geben soll, ist manchmal das Gefühl doch etwas mulmig. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt so komplett alleine irgendwo im Wald zu stehen. Einmal verpasse ich die richtige Abzweigung und mache ein paar unangenehme Höhenmeter zuviel. Bald bin ich wieder am richtigen Weg und schiebe mein Rad großteils den Berg hinauf.







Spätestens ab der Esseralm ist alles wieder super fahrbar und ein wunderschöner Abschnitt der Etappe beginnt. An der Alm vorbei kommt man bald zu einem schönen Hochmoor, wo unzählige Bretter ausgelegt wurden, damit man trockenen Fusses und ohne die empfindliche Vegetation zu zerstören weiterkommt.













Nach mittlerweile mehr als 2000 Höhenmetern radle ich auf die Bonner Hütte zu, auf der ich eigentlich übernachten wollte. Daraus wird aber nichts, weil die HÜtte knackevoll ist - mit lauter Touristen aus unserem nördlichen Nachbarland, die alle mit dem Auto zur Hütte hinaufgekarrt (worden) sind. Ziemlich frustriert und erschöpft diskutiere ich mit der Hüttenwirtin, die mich immer wieder nach Rennweg runter schicken will. Erst nachdem ihr klar wird, dass ich da definitiv nicht hinwill, weil ich ja auf die andere Seite des Berges nach Bundschuh runter muss, organisiert sie für mich eine Übernachtungsmöglichkeit auf der Laussnitzerhütte. Ich bin relativ ko und nicht begeistert, weil ich zuerst über 100 Höhmeter runter muss, dann 150 HM rauf, wieder 150 runter und schließlich die sehr steile Auffahrt zur Laussnitzerhütte. Es ist sehr rutschig und der Untergrund oft kaum befahrbar, deshalb schiebe ich mein Rad auch großteils. Oben angekommen bin ich dann aber richtig glücklich: eine tolle Alm mit einer sehr netten Wirtsfamilie (vom Opa bis zum Enkerl waren alle da!), eine eigene Käseproduktion, ein bequemes Bett in einem netten Raum, eine Dusche mit Warmwasser, und meine gewaschene Wäsche wird auch gleich über dem mit Holz befeuerten Ofen getrocknet.
Dazu noch ein sehr gutes Abendessen und ein üppiges Frühstück - ganz sicher eine absolute Empfehlung!! Dazu ist der Blick weit schöner als von der Bonner Hütte und Halbschuhtouristen findet man hier auch keine!! Bei einem gemütlichen Abendessen mit der Wirtsfamilie in ihrer Stube, gibt mir auch das Familienoberhaupt (Opa) den Tipp, wie ich am nächsten Tag am besten weiter nach Bundschuh runterfahre. Der normale Weg ist durch den Regen so gatschig, dass an ein Fahren nicht zu denken ist. So empfiehlt er mir den Weg hinter der Hütte zu nehmen bis er mitten im Wald aufhört (durch ein Holzgatter versperrt). Dort dann wild durch den Wald 40 Meter runter und ich sollte dann auf eine Forststraße treffen. Auf meine Rückfrage, ob ich dort auch fahren darf - in Österreich ist das ja eher öfter der Fall - lachen alle am Tisch nur. Ein Großteil des Grundes gehört ihnen - auch auf die Rückfrage, ob ich mir da nicht den Zorn von ein paar Jägern zuziehe, lachen wieder alle und meinen ich soll da runterfahren!







Freitag, 4. Juli 2014

Kobenzl

Heute geht es - zum Abschluss des Schuljahres - rauf zum Kobenzl. Die anderen marschieren alle . Georg, Volker, Willi und ich fahren mit dem Bike. Georg fährt mit mir vom Schmederer Platz weg über Judenbergweg - Forststraße Trasse - Kobenzl. Im Wald auf der steilen Auffahrt komme ich gut voran - Georg kämpft - muss aber doch absteigen. Ich fahre gut - und SEHR zufrieden - bis zum Kobenzl. Das war ja nicht immer so - da bin ich auch schon öfter abgestiegen...
Auf dem Kobenzl das leckere Schönramer Bier genossen - später dann bei Georg den Pool und seine servierten Köstlichkeiten - eigentlich die perfekte Einstimmung auf meine Transalp!!
DANKE!!!!


Mittwoch, 2. Juli 2014

Wiestalstausee-Runde über Hammer, Hinterwinkl, Schwaitl, Mitteregg

Aufgrund des schlechten Wetters ändere ich den Plan für heute und fahre nicht ins Bluntautal zu den Jochalmen und zum Stahlhaus, sondern wähle eine einfachere und kürzere Runde am Wiestalstausee vorbei. Ab Elsbethen fahre ich die Salzach entlang bis Puch. Dort dann beim Kirchenwirt links abgebogen und auf einem Fahrradweg (eigentlich eine Straße) in Richtung Hallein weitergeradelt.



In Oberalm dann auch wieder links auf eine kleine Straße (gekennzeichneter Radweg) nach Hammer und von dort auf der wirklich malerischen Asphaltstraße bis zum Wiestalstausee. Immer wieder stehen wunderbare, große Bauernhöfe an der Straße. Autos oder andere Radfahrer habe ich keine getroffen - hat mich ziemlich gewundert, weil das wirklich eine sehr schöne Route ist.



Oft gehen links Wege weg zum Vollererhof, Erentrudis, Gimpl usw. - da gäbe es noch viel zum Ausprobieren und Entdecken - das möchte ich diesen Sommer noch nachholen, weil es sehr vielversprechend aussieht... Mit dem Wetter habe ich absolut Glück - es tröpfelt zwar öfter mal ein bisschen - ich habe aber alles ohne Regenjacke fahren können und die Temperaturen waren sehr angenehm zum Biken.





Nach dem Wiestaslstausee dann links nach Hinterwinkl abgebogen und über Oberwinkl, Schwaitl, Mitteregg und die Schotterstraße den Gersberg runter wieder zurück nach Hause.





Eine wirklich schöne Runde - auch wenn man fast alles auf Asphalt fährt - werde ich sicher bald wieder fahren...


Route 2.677.942 - powered by www.bikemap.net

Dienstag, 1. Juli 2014

Gaisbergspitze über Gerberg-Schotterstrasse

Für heute hätte ich eine größere Runde geplant gehabt - es waren aber so viele andere Kleinigkeiten zu erledigen, dass es immer später geworden ist und sich das nicht mehr ausgegangen ist. Glücklicherweise ist zufällig Aqeel auf dem MTB vorbeigekommen und hat mich auf den Gaisberg 'mitgenommen'. Wir sind über Judenbergweg und Schotterstraße und beim Kobenzl wieder auf die Asphaltstraße geradelt. Ich brauche etwas um wirklich munter zu werden - mein Mittagessen sollte mich die ganze Auffahrt ein bisschen beschäftigen - aber bald geht es ganz gut.
In den steilen Abschnitten im Wald geht es gut und Aqeel fährt genau mein Tempo. Bei der Zistel macht sich dann seine bessere Fitness und vielleicht auch das etwas geringere Gewicht bemerkbar und er radelt ab dort ziemlich flott - weit vor mir - bis zur Gaisbergspitze. Ich kämpfe mich auch rauf - ich war zwar heuer schon fast 5 Minuten schneller - insgesamt bin ich aber in Anbetracht der letzten beiden Wochen (Feiern, wenig Schlafen...) gar nicht so unzufrieden. Nur die drei 'verrückten' Rennradfahrer, die uns beide schon bei der Zistel brutal stehen haben lassen, machen mich schon ein bisschen nachdenklich. In der Zeit, die ich gebraucht habe um von der Zistel zur Gaisbergspitze raufzufahren, sind die die rauf auf die Gaisbergspitze, runter zur Zistel und noch einmal rauf auf die Gaisbergspitze. Kaum war ich oben bei Aqeel - waren die dann auch zum 2. Mal da oben - und das in einem Tempo als ob sie irgendwo im flachen ein Zeitfahren machen würden... Ich glaube, selbst wenn ich 30kg abnehmen würde, wäre ich nie in der Lage da so raufzufliegen wie die drei...





Kobenzlweg: 29:15
gänsbrunnstraße: 36:40
Zistel: 47:10
Spitze: 1:13:15